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Archiv | Borreliose

Borreliose 2011

von Anton Kellner

Einleitung
Borreliose durch ZeckenbisseBorreliose ist eine Infektionskrankheit.
Bei chronischem Verlauf ist die Borreliose aber auch Teil einer durch vielfältige Auslöser bedingten Multisystemerkrankung.
Für chronische Multisystemerkrankungen gibt es keine schnellen Lösungen - als verantwortungsbewusster Therapeut muss man die zugrunde liegenden Einflussfaktoren herausfinden und mit ganzheitlicher Vorgehensweise behandeln. Hierzu gehört auch, den Stellenwert der Infektion im Rahmen der Gesamtbelastung bei Patientin und Patient herauszuarbeiten und im Behandlungskonzept angemessen zu berücksichtigen.

Borreliose 2011 ist eine retrospektive Auswertung von diagnostischen und therapeutischen Patientendaten aus meiner Praxis.
Ziel der Untersuchung war, neue Erkenntnisse zum Verlauf der Borrelioseerkrankung und zusätzlich vorliegender Krankheiten zu gewinnen. Auch eine Analyse der Ergebnisse der in meiner Praxis durchgeführten Therapien wurde vorgenommen.

PatientInnen und Methoden

Alle PatientInnen, die in der Praxis Kellner bezüglich Borreliose untersucht und / oder therapiert wurden,
retrospektive Datenanalyse.
Untersuchungszeitraum: 01.01.-31.12.2011

Das Patientenkollektiv setzte sich aus folgenden Personen zusammen:

  1. PatientInnen mit Symptomen einer akuten Borrelioseerkrankung (Wanderröte, akute Neuroborrreliose).
  2. PatientInnen ohne Krankheitssymptome, die einen Zeckenstich erlitten haben und die eine Abklärung bezüglich einer etwaigen Borrelioseinfektion wünschten.
  3. PatientInnen mit nachgewiesener Borreliose, die nach Therapie eine Verlaufskontrolle wünschten
  4. PatientInnen mit chronischen Krankheitssymptomen, bei denen bereits eine Borreliose diagnostiziert wurde, die aber mit oder ohne Behandlung noch nicht beschwerdefrei waren.
  5. PatientInnen mit chronischen Krankheitssymptomen, bei denen auf Borreliose untersucht worden war, aber kein Nachweis erbracht worden war.
  6. PatientInnen mit Krankheitssymptomen, bei denen bisher ein Zusammenhang mit einer Borrelioseinfektion noch nicht vermutet bzw. untersucht worden war.

Gesamtzahl der PatientInnen im Untersuchungszeitraum: n = 272

Anamnese
Bei allen PatientInnen wurde eine ausführliche Anamnese durchgeführt. Diese umfasste neben Vordiagnostik und -behandlung auch umweltmedizinische, toxikologische und ernährungsmedizinische Aspekte.

Diagnostik
  • Antikörperdiagnostik (ELISA) einschließlich Westernblot
  • Lymphozytentransformationstest (LTT) (siehe auch "Informationen zum LTT" auf dieser Homepage)
  • quantitative Messung der CD57 positiven Natural Killer-(NK-) Zellen
    Eine erniedrigte Zahl von CD 57 positiven NK-Zellen ist ein Indiz für eine chronische bakterielle Infektion. Burrascano (USA) hat nachgewiesen, dass bei Patienten mit chronischer Borreliose nach einer Krankheitsdauer von mehr als 1 Jahr in einem hohen Prozentsatz ein Zusammenhang mit einer erniedrigten CD 57-Zellzahl gegeben ist. Im Gegensatz zum LTT ist dieser Befund aber nicht krankheitsspezifisch! Die CD 57-Zellen gelten als sicher erniedrigt ab einem Wert kleiner 60 / ul, ein Wert zwischen 60 und 100 gilt als verdächtig.

Je nach Indikation weitere Labordiagnostik

  • PatientInnen, die an chronischer Borreliose erkrankt sind, weisen meist zusätzliche Erkrankungen oder Belastungen auf.
    Dies wird im Rahmen einer erweiterten Diagnostik abgeklärt. Eine Erfassung und Mitbehandlung der sogenannten Komorbiditäten ist für einen positiven Verlauf unerlässlich.

Je nach Indikation und Vorbefunden weitere gezielte apparative Untersuchungen in meiner Praxis oder bei anderen Ärzten

Therapie
Bei akuter Borreliose wurde nach den Leitlinien der Deutschen Borreliose-Gesellschaft unter Einbeziehung eigener Erkenntnisse behandelt. (1)

Bei chronischer Borreliose habe ich nach den Erkenntnissen zur Therapie chronischer Multisystemerkrankungen unter Einbeziehung der Leitlinien der (DBG) behandelt (siehe mein Therapiekonzept, das in der Praxis erhältlich ist).
Bei chronischer Borreliose habe ich anhand der vorliegenden Befunde und der Gesamtheit der Beschwerden und Symptome den Stellenwert der nachgewiesenen Infektionen bezüglich der einzelnen therapeutischen Maßnahmen festgelegt.
So wurde zum Beispiel bei einer bereits bestehenden Darmschädigung zuerst eine Darmsanierung eingeleitet. Bei Vorliegen schwerer Nährstoffdefizite wurden diese zunächst therapiert. Nach einer in der Vergangenheit erfolglos gebliebenen antibiotischen Therapie wurden bisher unerkannte Koinfektionen, Schadstoffbelastungen etc. abgeklärt.

Ich unterscheide hier zwischen einer Basistherapie und einer gezielten erregerreduzierenden Therapie.

Als Basistherapie habe ich die Cellsymbiosistherapie®(CST) empfohlen. Die Cellsymbiosistherapie wurde auch allen PatientInnen mit Mitochondrienstörung empfohlen.
Ziel der CST ist, das Energieniveau und die Regulation des Immunsystems zu verbessern, damit der Organismus Infektionen effektiver abwehren beziehungsweise zurückdrängen kann.

Wenn die Symptomatik eine gezielte Erregerreduktion notwendig machte, habe ich in erster Linie zusätzlich eine Biophotonentherapie (Bionic®) empfohlen.

Wenn diese Therapie nicht gewünscht wurde oder das Krankheitsbild entsprechend dramatisch war, kamen Antibiotika zum Einsatz.


Ergebnisse

A. Aus der Vorgeschichte bekannte, gleichzeitig bestehende Erkrankungen (Komorbiditäten)

Zigarettenrauchen: 66 von 272 (24%)
Tumorerkrankungen: 10
Autoimmunkrankheiten (Schilddrüsenentzündung, Vaskulitis, Lupus erythematodes, Zöliakie, Psoriasis-Arthropathie, rheumatoide Arthritis, Colitis ulcerosa, Diabetes mellitus Typ 1, Sarkoidose): 14
Depression: 14 (Hier wurde nicht untersucht, in wie weit die Depression Folge der Infektion war)
Psychosen: 10
Multiple Sklerose: 5
Polyneuropathie: 4
Ungeklärte Paresen (keine Hemiparesen): 5
Fibromyalgie: 3
Chronisches Müdigkeitssyndrom (CFS): 1
Herzrhythmusstörungen (Vorhofflimmern, av-Knoten-Tachycardie, Extrasystolen): 4
Hypertonie: 7

B. Labor
Bei akuter Borreliose (n=11, alle mit Erythema chronicum migrans = Wanderröte, akute Neuroborreliose n= 0) habe ich üblicherweise keine Erregerdiagnostik betrieben, sondern umgehend die Behandlung eingeleitet.
Deshalb betreffen die folgenden Ausführungen vorrangig die chronische Borreliose.

  • Antikörperdiagnostik (ELISA) einschließlich Westernblot: bei 232 von 272 PatientInnen durchgeführt (85%)
  • Lymphozytentransformationstest (LTT): 212 von 272 (78%)
  • Patienten, bei denen keine Antikörper nachweisbar waren, mit positivem LTT auf Borrelien (seronegative aktive Borreliose): 48 von 212 (23 %)
  • Patienten mit positivem Antikörpernachweis und negativem LTT (Seronarbe ohne Nachweis einer Borrelienpräsenz): 28 von 212 (13 %)
  • Patienten mit positivem Antikörpernachweis und positivem LTT (seropositive aktive Borreliose): 33 von 212 (16 %)
  • Patienten mit negativem LTT auf Borrelien und positivem LTT auf Ehrlichien (aktive Ehrlichose ohne Borreliose): 30 von 212 (14 %)
  • Patienten mit positivem LTT auf Borrelien und Ehrlichien (aktive Koinfektion): 52 von 212 (25 %),
  • bei nachgewiesener Borreliose Koinfektion mit Ehrlichien bei 52 von 81 (64 %)!
  • Patienten mit negativem Antikörpernachweis und negativem LTT (keine aktive Infektion): 66 von 212 (31 %)
  • Patienten mit LTT-Befunden ohne vorliegende Antikörperbestimmung: 7 von 212
  • quantitative Messung der CD57 positiven Natural Killer-(NK-) Zellen: 241 von 272 Patienten.
  • Erniedrigung der CD57 positiven NK-Zellen unter 100: 169 von 241 (70%)
  • Erniedrigung der CD57 positiven NK-Zellen unter 60: 87 von 241 (36%)

Komorbiditäten

Koinfektionen
Die häufigste Koinfektion war die Ehrlichose (siehe oben)
Weitere mit Serologie und /oder LTT nachgewiesene aktive Koinfektionen waren:
Yersinien: 9
Ebstein-Barr-Virus: 7
Chlamydia pneumophila: 6
Helicobacter pylori: 3
Toxoplasmose: 1
Hier liegt meines Erachtens eine erhebliche Dunkelziffer unerkannter Fälle vor, weil die Antikörper-Diagnostik ähnliche Unschärfen wie bei der Borreliose aufweist.

Weitere Erkrankungen
Folgende weitere Erkrankungen wurden festgestellt (angegeben ist die Zahl der PatientInnen, bei denen entsprechende Untersuchungen durchgeführt wurden):

Mitochondriale Dysfunktion (Störung der Mitochondrien): 251 von 252 (99,6 %)
Störungen der Darmschleimhautbarriere (sogenannter "leaky gut": 106 von 115 (92 %)
(Schwer-) Metallbelastungen: 43 von 48 (90 %)
Nahrungsmittelallergien vom Typ 3: 21 von 21 (100 %)
Vitamin D-Mangel (Werte unter 30 ng/ml): 189 von 233 (81 %, eventuell vorbestehende Vitamin D-Therapie wurde nicht ausgewertet)
Magnesiummangel: 186 von 245 (76 %)
Weitere Nährstoffdefizite wurden nicht ausgewertet
Primärer Hyperparathyreoidismus (neu diagnostiziert): 1
Monoklonale Gammopathie (MGUS, neu diagnostiziert): 1
Antikörpermangel (neu diagnostiziert): 2 (dass bei diesen PatientInnen je nach Schweregrad die Antikörperdiagnostik negative Befunde ergibt, versteht sich von selbst!)

Bei den folgenden, vordiagnostizierten neurologischen oder psychiatrischen Erkrankungen wurde in meiner Praxis erstmalig nach einer gleichzeitig oder ursächlich vorliegenden Borreliose geschaut (in Klammern Zahl der Fälle):
Trigeminusneuralgie (1),
TIC-Störung(2),
Dystonie (2),
restless legs-Syndrom (4),
multiple Sklerose (5),
Polyneuropathie (4),
Anorexia nervosa (6),
Demenz (4),
Depression (14),
Psychosen (Schizophrenie, bipolare Störung, 10)

C. Therapie

Zunächst muss zwischen PatientInnen mit akuter und chronischer Borreliose unterschieden werden.

Akute Borreliose:
Alle 11 PatientInnen erhielten eine antibiotische Therapie mit Doxycylin über mindestens 4 Wochen in therapeutischer Dosis (300 - 500 mg unter Serumspiegelkontrolle) bis zum völligen Verschwinden der Beschwerden bzw. Hautsymptome. Anschließend wurde zur Abtötung etwaiger Zystenformen Metronidazol über 10 Tage verabreicht (3 x 400 mg). Seit 2012 empfehle ich als Alternative wegen besserer Verträglichkeit und Wirksamkeit Tinidazol (2 x 500 mg). Dieses Antibiotikum ist in Deutschland nicht zugelassen, kann aber in Frankreich gekauft werden.
In allen Fällen wurde parallel ein Probiotikum zum Schutz des Darmes empfohlen (und in 10 von 11 Fällen auch eingenommen), ferner wurde eine Überprüfung der Nährstoffversorgung mit anschließender Optimierung empfohlen.

3 PatientInnen hatten nach einem Zeckenstich die entfernte Zecke in die Praxis gebracht. Bei Untersuchung im Labor wurde in 2 Fällen Borrelien-DNA in der Zecke nachgewiesen. Diese PatientInnen erhielten nach Aufklärung vorbeugend 400 mg Doxycyclin über 10 Tage.


Chronische Borreliose:
Therapie in der Praxis Kellner: 81 von 111 mit positivem LTT
Keine Therapie in der Praxis Kellner: 30 von 111 mit positivem LTT

Basistherapie:

Die Cellsymbiosistherapie (CST) wurde von 88 PatientInnen durchgeführt, allerdings über unterschiedliche Zeiträume hinweg.

Eine alleinige CST bei nachgewiesener chronischer Borreliose und / oder Ehrlichose ohne zusätzliche Therapie wurde von 8 PatientInnen durchgeführt.

Erregergerichtete Therapie:

Die Biophotonentherapie wurde von 57 PatientInnen mit jeweils mindestens 12 Sitzungen durchgeführt.

Gesamtzahl der PatientInnen, die 2011 in meiner Praxis Antibiotika wegen chronischer Borreliose und / oder Ehrlichose erhielten: 34
Folgende Antibiotika wurden verabreicht:
Minocyclin 150 - 250 mg unter Serumspiegelkontrolle: 17 PatientInnen
Quensyl 200 mg als Komedikation: 14
Doxycyclin 300 - 500 mg unter Serumspiegelkontrolle: 10 (bis auf 1 PatientIn bei Koinfektion mit Ehrlichose wegen guter Wirkung auf Ehrlichien)
(Bei Therapie mit Doxycyclin beziehungsweise Minocyclin wurde die Dosis durch Messung der Blutspiegel überprüft. Daten einer Schweizer Arbeitsgruppe zeigen, dass für eine effektive Abtötung der Borrelien Wirkspiegel von 5 mg/l (Doxycyclin) bzw. 2 mg/l (Minocyclin) erforderlich sind.
Um diesen Spiegel zu erreichen, lagen die Dosierungen bei Doxycyclin zwischen 300 und 500 mg, bei Minocyclin bei 150 bis 250 mg pro Tag).

Metronidazol 1200 mg über 10 Tage: 10
Artemisia annua intensa (einjähriger Beifuß) 400 mg als Komedikation: 3
Ceftriaxon 2 g gepulst jeweils über 5 Tage, 2 Tage Pause: 5
Azithromycin 500 mg gepulst jeweils über 4 Tage, 3 Tage Pause: 6
Einige PatientInnen erhielten im Verlauf verschiedene Antibiotika.

6 weitere PatientInnen hatten in einem Zeitraum von weniger als 3 Monaten vor dem ersten Besuch in meiner Praxis von anderen Ärzten unterschiedliche Antibiotika erhalten.

Kombination von Basistherapie (CST) mit erregergerichteter Therapie:
Biophotonentherapie mit Cellsymbiosistherapie: 53
Biophotonentherapie ohne Cellsymbiosistherapie: 4
Antibiotikatherapie mit Cellsymbiosistherapie: 27
Antibiotikatherapie ohne Cellsymbiosistherapie: 7

Behandlungs-Ergebnisse:

Negativer Borreliose-LTT nach Therapie:

Alleinige Cellsymbiosistherapie®: 7 von 8 PatientInnen, die keine zusätzliche Therapie durchgeführt haben und bei denen ein Kontroll-LTT durchgeführt wurde = 88 %

Biophotonentherapie plus Cellsymbiosistherapie: 48 von 53 = 91 %
Biophotonentherapie ohne Cellsymbiosistherapie: 3 von 4 = 75 %
Antibiotika bei akuter Borreliose: 10 von 11 = 91 %
Antibiotika plus Cellsymbiosistherapie bei chronischer Borreliose: 17 von 27 = 63 %
Antibiotika ohne Cellsymbiosistherapie bei chronischer Borreliose: 2 von 7 = 29%

grün Grün: Anteil der PatientInnen mit negativem LTT nach Therapie
rot Rot: Anteil der PatientInnen mit positivem LTT nach Therapie
Cellsymbiosistherapie plus Antibiotikatherapie
Cellsymbiosistherapie plus Biophotonentherapie
Cellsymbiosistherapie plus Antibiotikatherapie
Cellsymbiosistherapie plus Biophotonentherapie

Bei PatientInnen, bei denen die Infektion(en) im Vordergrund des Beschwerdebildes stand, gingen mit Normalisierung des LTT auch die Symptome ganz oder teilweise zurück.

Therapieabbruch wegen Nebenwirkungen:
Cellsymbiosistherapie: 0 von 8 = 0 %
Biophotonentherapie: 0 von 57 = 0 %
Antibiotikatherapie: 9 von 45 = 20 %

Nebenwirkungen:
(Ohne Erstverschlimmerung)
Biophotonentherapie: keine
Cellsymbiosistherapie: keine
Antibiotika: Diarrhoe (trotz probiotischer Begleittherapie): 5
1 Infektion mit Clostridium difficile nach Ceftriaxon (auswärts aufgetreten)
1 schwere Diarrhoe nach Ceftriaxon (auswärts aufgetreten)
Leistungsminderung, Müdigkeit: 13 von 45
Oberbauchbeschwerden, Übelkeit: 11 von 45
Kopfschmerzen (Minocyclin): 7 von 17
Schleimhautüberwucherung mit Candida (Hefepilz): 2
Photoxische Dermatose (Sonnenbrand) unter Doxycyclin (trotz Aufklärung): 3 von 10

Erstverschlimmerung (Jarisch-Herxheimer-Reaktion):
Biophotonentherapie: 3 von 57
Antibiotika bei chronischer Borreliose: 7 von 34


Zusammenfassung und Diskussion

Es erfolgten Besuche in meiner Praxis mit der Frage einer Borrelioseinfektion in relevanter Zahl. Bei vielen PatientInnen waren Voruntersuchungen und -Behandlungen erfolgt.

Zur Diagnostik:
Bei akuter Borreliose habe ich ohne weitere Erregerdiagnostik umgehend eine antibiotische Therapie eingeleitet.

Für die Beurteilung der Aktivität einer chronischen Infektion wurde nach Möglichkeit ein Lymphozytentransformationstest (LTT) veranlasst.
In einem wesentlichen Anteil von 23 % der Untersuchten lag eine seronegative aktive Borrelioseinfektion vor. Hier besteht die Gefahr, mit der konventionellen Antikörperdiagnostik eine behandlungsbedürftige Infektionskrankheit zu übersehen. Ein weiterer Teil von 13 % hatte positive Antikörper als Beweis einer durchgemachten Infektion ohne aktuelle Erregerpräsenz. Hier besteht bei Symptomen die Gefahr einer fehlgerichteten Therapie.
Bei Vorliegen von chronischen Beschwerden musste hier weitere Ursachenklärung betrieben werden.
Bei 16 % der Untersuchten stimmten positiver Antikörper-und LTT-Befund überein.
Bei den Koinfektionen erwies sich die Ehrlichose (Anaplasmose) als häufigster Befund. 64 % der chronisch mit Borrelien infizierten PatientInnen hatten parallel auch einen Nachweis von Ehrlichien. 14 % der Untersuchten hatten nur Ehrlichien und aktuell keine Borrelien.

Insgesamt ist für mich eine verlässliche Beurteilung des Vorliegens und der Aktivität einer Borreliose und /oder Ehrlichose ohne LTT nicht vorstellbar. Auch für die Einleitung einer Behandlung ist das Vorliegen eines LTT-Befundes unverzichtbar. Da der LTT ein Zeitfenster von 2 Wochen abdeckt, ist bei fortbestehendem Infektionsverdacht gegebenenfalls eine Verlaufskontrolle erforderlich.
Zum Nutzen und der Zuverlässigkeit des LTT existiert eine Vielzahl von wissenschaftlichen Veröffentlichungen (2).
Leider ist der LTT seit 2008 keine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen und muss von gesetzlich Versicherten privat bezahlt werden. Dies schränkt die Anwendungsmöglichkeiten erheblich ein.
Eine Verlaufskontrolle der Borrelien-Antikörper wurde wegen begrenzter Aussagekraft nur in Einzelfällen durchgeführt.
Auffällig war, dass die Untersuchten in einem hohen Prozentsatz (70%) erniedrigte Werte der CD 57 positiven NK-Zellen aufwiesen, 36 % sogar deutlich erniedrigte Werte (unter 60/ul).
Dies bestätigt den Verdacht, dass in einem relevanten Ausmaß weitere Infektionen vorliegen, die durch Unzulänglichkeiten der entsprechenden Antikörpertests beziehungsweise finanzielle Restriktionen (fehlende Möglichkeit, weitere kostenintensive LTT`s durchzuführen) zunächst nicht aufgedeckt werden konnten.

Prinzipiell bestätigt die Auswertung meine Auffassung, dass langfristige gesundheitliche Probleme durch Borreliose nur entstehen können, wenn ein Mensch mehrfachen Belastungsfaktoren ausgesetzt ist, die er nicht mehr kompensieren oder regulieren kann.
Dies zeigt sich am Nachweis einer mitochondrialen Dysfunktion (Funktionsstörung der Mitochondrien) bei 100 % der Untersuchten.
Die Abklärung der zusätzlichen Belastungsfaktoren (chronische nicht erregerbedingte Entzündungen, Darmschädigung, Schadstoffe, Nahrungsmittelallergien, Mangelzustände, Stress, Umweltfaktoren) war wegen der damit verbundenen Kosten, die von den gesetzlichen Krankenkassen nur zu einem geringen Teil übernommen werden, ebenfalls nicht bei allen Betroffenen möglich.
Bei den Untersuchten ergaben sich in einem hohen Ausmaß (bis 100%) relevante Belastungen.

Auch die große Zahl von neurologischen und psychiatrischen Begleiterkrankungen fällt auf. Die Frage, ob die neurologische Erkrankung Folge einer Infektionskrankheit ist, lässt sich aus meiner Sicht wegen der labordiagnostischen Probleme nur durch eine angemessene und effektive Therapie der Infektion und anschließender Beurteilung des Ergebnisses klären.

Zur Therapie:
Bei der Therapie der Borreliose muss man zwischen der akuten Erkrankung und der chronischen Verlaufsform unterscheiden.
Die Zahl der akut mit Wanderröte Erkrankten war klein.
Hier gibt es aus meiner Sicht derzeit keine vernünftige Alternative zur Antibiotikatherapie.
Mit einer laborgestützten und laborkontrollierten antibiotischen Behandlung konnte ich in einem hohen Prozentsatz (91%) eine Beseitigung der Infektion erreichen. Allerdings ist bei einer akuten Wanderröte nicht auszuschließen, dass zuvor bereits eine chronische Borreliose bestand. Deshalb empfehle ich, nach Therapie einer akuten Infektion unbedingt eine LTT-Kontrolle durchzuführen, um eine gleichzeitige chronische Infektion nicht zu übersehen.
Wichtig für die Verträglichkeit der Antibiose ist die begleitende Schutztherapie für den Darm mit Probiotika. So dauert es nach einer Therapie mit Ciprofloxacin über 5 Tage hinweg (2 x 500 mg, zum Beispiel bei Blasenentzündung) über 6 Monate, bis die Darmflora sich wieder regeneriert hat. Die Darmflora wiederum ist wichtig für die Darmschleimhautbarriere und das Immunsystem. Da der Darm das größte Immunorgan unseres Körpers ist und da ohne gut funktionierendes Immunsystem Infektionen schlecht oder gar nicht bewältigt werden können, sollte eine Schädigung des Darms durch Antibiotika möglichst gering gehalten werden. Durch gleichzeitige Gabe von Probiotika kann man nach meinen Erfahrungen die Schädigung des Darms deutlich vermindern beziehungsweise verhindern.

Ein Patient, der von mir wegen einer schweren chronischen Verlaufsform mit Ceftriaxon-Infusionen behandelt wurde und über 3 Wochen hinweg unter Begleittherapie mit Probiotika keine nennenswerten Bauchbeschwerden hatte, kam wegen eines akuten Thoraxschmerzes in eine Klinik. Nach Ausschluss eines Herzinfarktes und ähnlichem erhielt er weiterhin Ceftriaxon, allerdings ohne Probiotikaschutz. Nach 1 Woche entwickelte er einen schwersten Durchfall mit Nachweis von Clostridium difficile. Die antibiotische Therapie musste beendet werden.
Ein weiterer Patient, der bereits zweimal unter Probiotikaschutz mit guter Verträglichkeit antibiotisch vorbehandelt war, kam wegen einer akuten Divertikulitis notfallmäßig in eine Klinik und wurde mit einer Kombinationstherapie unter Einschluss eines Cephalosporins behandelt. Er entwickelte einen schweren profusen Durchfall ohne Keimnachweis.

Weiterhin spielt auch eine Entlastung des Darms von chronischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten eine Rolle. Auch die Gesunderhaltung des Darms durch qualitativ hochwertige Nahrungsmittel ist wichtig.

Bei der Therapie der chronischen Borreliose ist eine ganzheitliche Betrachtung unerlässlich. Zum Einen kommt die chronische Borreliose nach meiner Überzeugung nie alleine, sondern immer im Gefolge anderer Belastung und Erkrankungen vor. Diese Faktoren muss man bei der Therapie berücksichtigen. Bei der Therapieentscheidung muss man eine Hierarchie (Rangfolge) der Belastungen erstellen. Es ist aus meiner Sicht nicht sinnvoll, beim Nachweis einer chronischen Borrelienpräsenz sofort eine Antibiotikatherapie einzuleiten, ohne zu wissen, wie der übrige Gesundheitszustand des/der Erkrankten ist.
Das Therapiekonzept muss in jedem Falle langfristig ausgerichtet sein. Bei komplexen Erkrankungen gibt es nun mal (noch) keine schnellen, einfachen Lösungen.
Wichtig ist, eine allgemein aufbauende und stärkende Therapie zu etablieren, um das Immunsystem, die Entgiftung, die Regulation und das Energieniveau zu verbessern. Die Cellsymbiosistherapie® hat sich hierfür als sehr wirksam erwiesen. So konnte bei 7 von 8 PatientInnen, die keine zusätzliche gezielte Erregertherapie durchgeführt haben, eine Freiheit von Borrelien erreicht werden.
Auch bei der Kombination mit erregerreduzierenden Verfahren hat die Cellsymbiosistherapie die Erfolgsquoten erheblich verbessert.
Bei der Wahl der erregerreduzierenden Therapie ist eine möglichst gute Verträglichkeit und geringe Schädigung bei optimaler Wirkung wichtig.
Hier hat sich in meiner Praxis die Biophotonentherapie sehr gut bewährt.
Bei 91 % der Behandelten waren nach Kombinationstherapie mit CST im LTT keine Borrelien mehr nachweisbar, einhergehend mit entsprechender Besserung oder Verschwinden der Beschwerden.

Die Erfolgsrate der antibiotischen Therapien bezüglich negativem LTT war hingegen deutlich geringer (63% bei Kombination mit CST). Teilweise kamen verschiedene Antibiotika aufeinanderfolgend zur Anwendung.
Bei der Verträglichkeit der Antibiotika gab es erhebliche individuelle Unterschiede. Bezüglich einer etwaigen Darmschädigung mit entsprechenden Beschwerden stehen jedenfalls Cephalosporine eindeutig an erster Stelle. Auch bei den übrigen in der Auswertung genannten Antibiotika kam es trotz Begleittherapie zu Nebenwirkungen. Von der Mehrzahl der antibiotisch Behandelten wurde die Therapie jedoch als ausreichend verträglich eingestuft.
Bei chronischer Borreliose habe ich bei entsprechender Indikation im Schnitt über 3 Monate mit Antibiotika behandelt (maximal 6 Monate).
Antibiotika sind aus meiner Sicht sinnvoller Bestandteil des Gesamtkonzeptes zur Behandlung der chronischen Borreliose, dürfen aber nicht unkritisch und ohne Basistherapie eingesetzt werden. "Wunderwaffen" sind sie bei dieser Erkrankung nach meinen Erfahrungen jedenfalls nicht (mehr).


Zusammenfassend weisen Diagnostik und Therapie der Borreliose verschiedene Eigenheiten und Fallstricke auf, die berücksichtigt werden müssen, um ein für PatientIn und Therapeut befriedigendes Ergebnis zu erreichen.
Die Erkrankung ist auch in späten, chronischen Stadien mit einem langfristig angelegten Konzept erfolgreich zu behandeln.
Die Cellsymbiosistherapie® hat sich als Basistherapie bewährt.
Bei der nachgewiesenen Häufigkeit der Störung der Mitochondrienfunktion muss nach Ausschluss einer aktiven Borreliose unbedingt weitere Ursachenklärung der Beschwerden erfolgen.
Liegen auffällige Laborbefunde ohne aktuelle Krankheitssymptome vor, muss der weitere Verlauf aufmerksam beobachtet werden.
Für eine Beurteilung der Langzeitergebnisse der Therapien ist der Beobachtungszeitraum eines Jahres selbstverständlich zu kurz.

Literatur:
1.) Diagnostik und Therapie der Lyme-Borreliose, Leitlinien der Deutschen Borreliose Gesellschaft, 2011, www.borreliose-gesellschaft.de
2.) Von Baehr, V., Doebis, C et al - The lymphocyte transformation test for borrelia detects active lyme borreliosis and verifies effective antibiotic treatment, The open neurology journal 2012, 6, (Suppl 1 - M5) 104 - 112.

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