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Thema des Monats | Borreliose
Informationen zum
Lymphozyten-Transformations-Test (LTT) bei Borreliose
Die Labordiagnostik der Borreliose weist einige Besonderheiten
und Schwierigkeiten auf. Speziell bei der Diagnostik der chronischen
Borreliose treten diese Probleme zutage. Dies führt unter anderem
dazu, dass einige Ärzte die Existenz dieser chronischen Erkrankung
in Zweifel ziehen.
Ablauf der Immunreaktion nach Infektion mit Borrelien
Im Normalfall werden nach Übertragung der Borrelien durch den
Speichel der Zecke oder anderer stechender und saugender Insekten die
Erreger von zirkulierenden Immunzellen (Lymphozyten) erkannt. Die Erreger
werden dann von speziellen Immuneiweißen (Antikörpern) markiert
und von Fresszellen (Makrophagen) zerstört. Eine in der Folgezeit
nachweisbare starke Antikörper-Bildung steht offenbar mit einem
günstigen Verlauf beziehungsweise einer Ausheilung der Erkrankung
in Zusammenhang. Dieser Abwehrmechanismus funktioniert jedoch bei einem
Teil der Infizierten nicht. Die Gründe hierfür sind:
- Die Borrelien verändern ihr Oberflächenstruktur/Antigenität
alle 4 Tage und machen es dem Immunsystem somit schwerer, spezifische
Antikörper zu bilden.
- Unter Umständen ist der Infizierte durch Vorerkrankungen/Belastungen/angeborene
Schwächung der Antikörper-Bildung nicht in der Lage, angemessen
und effektiv auf die Infektion zu reagieren.
- Die Borrelien haben eine Tendenz, sich in schlecht durchblutetem
Gewebe (Innenhäute der Blutgefäße, Sehnen, Bindegewebe,
Nervenscheiden) abzukapseln und zu verstecken. Dort sind sie wiederum
für das Immunsystem schlechter erreichbar.
Haben sich die Borrelien auf diesem Wege im Organismus eingenistet,
wird die Erkrankung chronisch. Die Borrelien werden nun von speziellen
Lymphzellen (T-Lymphozyten) attackiert. Diese aktivieren wiederum Fresszellen,
die Borrelien vernichten. Da die befallenen Zellen hierbei mitzerstört
werden, entsteht eine starke Entzündungsreaktion. Diese äußert
sich z. B. in Form einer Gelenkentzündung (Lyme-Arthritis) oder
atrophischen Hautentzündung (Acrodermatitis atrophicans Herxheimer).
Probleme der Antikörperdiagnostik
In dieser Situation kann von den T-Lymphozyten die weitere Antikörper-Bildung
sogar unterdrückt werden. Dies führt zum Krankheitsbild der
sogenannten seronegativen chronischen Borreliose. Bestimmung der Antikörper
gegen Borrelien bringt in dieser Situation keinen Erkenntnisgewinn.
Ein weiterer Nachteil der Antikörper-Bestimmung ist, dass man aus
dem Verlauf heraus nicht beurteilen kann, ob die Erkrankung spontan
oder durch entsprechende Therapiemaßnahmen zum Stillstand gekommen
ist oder fortbesteht.
Hilfe durch den LTT
In dieser Situation hilft der so genannte Lymphozyten-Transformations-Test
(LTT) weiter. Bei diesem Test werden Abwehrzellen des Patienten angezüchtet
und mit verschiedenen hochspezifischen Antigenen (Infektionseiweißen)
der Borrelien in Kontakt gebracht. Wenn diese Lymphzellen innerhalb
eines Zeitfensters von 2 Wochen vor der Untersuchung Kontakt mit Borrelien
im Körper des Patienten hatten, findet eine Stimulation und Vermehrung
dieser Immunzellen statt. An der Stärke der Proliferation (Vermehrung)
dieser Zellen kann man dann ablesen, ob Borrelien im Organismus vorhanden
waren. Der Test ist hochspezifisch und zeigt vor und nach Therapie an,
ob Erreger präsent sind.
Einschränkungen der Aussagekraft des Tests
- Eine kürzlich durchgeführte antibiotische Therapie oder
Biophotonen-Behandlung kann das Ergebnis verfälschen. Deshalb
ist es erforderlich, nach Therapie-Ende mindestens 6 Wochen abzuwarten,
bis eine Kontrolle des Tests erfolgt.
- Es liegt eine zelluläre Immunschwäche des Patienten vor.
- Das Immunsystem unterdrückende Therapiemaßnahmen (Cortison,
Immunsuppressiva) vermindern die Reaktivität der Lymphozyten.
- Der Patient befindet sich zum Zeitpunkt des Testes in einer klinisch
stummen Phase der Erkrankung, bei der nur wenig Borrelien für
das Immunsystem erkennbar sind. Dies kann zu schwach positiven Ergebnissen
führen. Aus diesem Grunde ist es generell günstiger, den
LTT während einer Phase starker Beschwerden durchzuführen.
- Da der Test mit lebenden Blutzellen durchgeführt werden muss,
ist die Frische der Blutprobe entscheidend. Das Material sollte deshalb
auf möglichst schnellem Wege in das Labor gelangen. Neben der
Sorgfalt der Vorgehensweise bei Abnahme und Versand der Blutprobe
ist selbstverständlich auch der Qualitätsstandard des die
Untersuchung durchführenden Labors entscheidend für verwertbare
Ergebnisse.
Zusammenfassend ist aus meiner Sicht der LTT auf Borrelien eine
große Hilfe bei der Diagnose und Verlaufsbewertung der Borreliose-Erkrankung.
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