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Thema des Monats

2. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Probiotische Medizin in Berchtesgaden (25 .- 26. 9. 2015)

Das Programm der Tagung, die in diesem Jahr auf 2 halbe Tage verkürzt wurde, bot wieder viele Höhepunkte.

Professor Kabesch referierte über Allergie und Asthma bei Kindern.
Der Schutzeffekt einer Exposition gegenüber Bakterien im Kleinkindesalter ("Bauernhofhypothese") sei bei Neurodermitis deutlich größer als bei allergischem Asthma.
Mittlerweile sei geklärt, dass die Bakterienbesiedlung der Atemwege genauso vielfältig ist wie die des Darmes, lediglich die Bakterienmenge ist (logischerweise) geringer.
Auch sei das Mikrobiom (früher "Bakterienflora") von Nase bis Lunge konstant.
Dies ist ein Unterschied zur Bakterienbesiedlung der äußeren Haut, bei der die Bakterien sich fleckförmig ("patchy") ansiedeln.
Bevorzugt finden sich größere Bakterienpopulationen in "Feuchtgebieten" (Biotopen wie Achselhöhlen, Genitalregion, Hände, Füße, Kopfhaut).
Bei Asthma und chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) seien "Verschiebungen" des Mikrobioms nachgewiesen worden.
Inwieweit dies auch Folge von gehäuften Therapien mit Antibiotika oder Cortison bei dieser PatientInnengruppe ist, präzisierte er nicht weiter.
Die Frage, ob das Asthmarisiko bei Kindern eher mit gehäuften Infekten im Kleinkindesalter oder mit wiederholter Antibiotikatherapie korreliert, sei noch nicht abschließend geklärt.
Zum Thema Impfungen führte er aus, dass in einer Studie in Holland bei einer Bevölkerungsgruppe, die konsequente Impfverweigerung betreiben, mehr Neurodermitisfälle auftraten als in der (geimpften) Gesamtpopulation.
Zur Therapie skizzierte er, dass die Inhalation von Probiotika bei chronischen Atemwegserkrankungen prinzipiell Sinn mache, aber noch unerforscht sei.

Professor Kruis aus Köln-Kalk referierte zum Thema "Chronisch entzündliche Darmerkrankungen".
Die probiotische Therapie ist generell bei Colitis ulcerosa (CU) effektiver als bei Morbus Crohn (MC).
Insbesondere die Aufrechterhaltung einer Remission funktioniert mit Probiotika bei CU gut.
Auch die Rolle der Schleimschicht über den Schleimhautzellen ist bei CU bedeutsamer. Stress schädigt die schleimbildenden Becherzellen und führt zur Ausdünnung der Schleimschicht.
Das Immuneiweiß sekretorisches IgA (sIgA) hat große Bedeutung: es bindet krankmachende Bakterien in einer "Schutz-Schicht" und verhindert so das Eindringen in die Schleimhaut.
Bei Morbus Crohn spielen die Bakterien allerdings ebenfalls eine wichtige Rolle:
eine Dysbiose (gestörtes Mikrobiom) löst bei genetisch gefährdeten Personen auch ohne Schleimhautschädigung eine Crohn - ähnliche Entzündung aus.
In der Zukunft wird die Mikrobiotatherapie laut Kruis gezielter verlaufen.
Mit den neuen molekularbiologischen Tests wird die Dysbiose genauer diagnostiziert werden können.
Aktuell ist der GA-map-Dysbiose-Test, der auch mit einem Stand vertreten war, zu einem Preis von etwa 300 Euro in Deutschland verfügbar. Hiermit werden immerhin schon 300 Bakteriengenome abgescannt.
Für die Synthese von Bakterien, die derzeit noch nicht kultivierbar sind, weil man sie noch nicht kennt, werden gentechnologische Verfahren entwickelt werden.
Das erinnerte mich an den ehemaligen amerikanischen Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der von den "Dingen sprach, von denen wir wissen, dass wir sie noch nicht kennen und den Dingen (Bakterien, sonstige Faktoren…), von denen wir noch nicht einmal wissen, dass wir sie nicht kennen"….
Generell sei heutzutage eine mikrobiotische Therapie langfristig erforderlich, wenn der Darm erst einmal erkrankt ist.
Ein Problem der Sanierung des Mikrobioms ist in der begrenzten Überlebensfähigkeit der zugeführten "fremden", "künstlichen" Bakterien und in der eventuell lange bestehenden Fixierung des gestörten "feindlichen" Milieus des erkrankten Darms begründet.
Nach Absetzen der Probiotika kehrt der alte (kranke) Zustand unterschiedlich schnell wieder zurück.
Das heißt konkret, wenn Probiotika helfen, dann muss man sie längerfristig, eventuell auch lebenslang, einnehmen.
Das ist allerdings bei anderen Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes schon seit langem etabliert.
Die chronische Enteropathie (Darmerkrankung) mit Schleimhautbarrierestörung und Bakterienfehlbesiedlung ist eine chronische Erkrankung wie Bluthochdruck und viele andere mehr.
Wenn die Krankheit (nach jahre- oder jahrzehntelanger symptomarmer Vorgeschichte) erstmal ausgebrochen ist, gibt es keine einfachen schnellen Lösungen mehr. Das Kind ist schon in den Brunnen gefallen.
Umso wichtiger ist die Vorbeugung über unter anderen Lebensstil, Ernährung, Bewegung, Vorsicht bei Medikamenten, speziell Antibiotika, vorbeugenden, unterstützenden Einsatz von Probiotika.

Die Zukunft der Stuhltransplantation sieht Kruis, der an seiner Klinik ein patentiertes Verfahren entwickelt hat, bei dem Spenderstuhl tiefgefroren und getrocknet und dann in Kapseln oral verabreicht wird, kritisch:
eventuelle negative Effekte der Übertragung seien noch zu wenig erforscht.

Zu den Faktoren, die für den Wiederaufbau der Darmschleimhautbarriere neben den Bakterien besonders relevant seien, führte er aus:

  • Zink: es verbessert das Mikrobiom in Richtung "günstiger" Bakterien
  • Phospholipide (als Infusion, in Zukunft auch in mikroverkapselter Form als Medikament verfügbar)
  • L Glutamin (intravenös und oral)
  • Präbiotika (Nahrung für gute Bakterien) wie Glucomannan, Fructo- und Galactooligosaccharide.

Als nächster Redner referierte Prof. Ott über die Wirkung von Antibiotika auf das Mikrobiom.
Als direkter Effekt werden Vielfältigkeit und Anzahl der Bakterien reduziert.
Dadurch haben krankmachende (pathogene) Bakterien mehr Raum, sich auszubreiten.
Er verglich die Situation mit einem gepflegten Rasen, der teilweise zerstört wird.
In den Lücken wuchert dann Unkraut.

Es gibt auch eine ganze Reihe indirekter Effekte von Antibiotika auf das Mikrobiom:

  • So werden Stoffwechselprodukte von Bakterien, die für die Ernährung der Darmschleimhaut wichtig sind, nicht mehr ausreichend gebildet (z. B. kurzkettige Fettsäuren, short chain fatty acids = SCFS).
  • Die Schleimschicht wird dünner, der Stoffwechsel der Gallensäuren, die potenziell schädlich für die Darmschleimhaut sind, wird verändert, die Durchlässigkeit des Epithels wird erhöht und die Immunabwehr der Darmschleimhaut wird geschwächt.

Aktuelle Studien zeigen, dass nach einer (1!) Antibiotikatherapie das Mikrobiom über mehr als 24 Monate verändert bleibt, auch die Zahl von Resistenzgenen im Mikrobiom nimmt zu (das sind Gene, die die Bakterien resistent gegen eine erneute Antibiotikatherapie machen!).
Besonders empfindlich auf Antibiotika reagieren die Laktobazillen (Milchsäurebildner) und die Firmicutes. Bacteroidetes sind eher weniger empfindlich und überwuchern dann gerne.

Im Folgenden ging Frau Dr. Heinsen auf die Rolle der Ernährung ein.
In Tierversuchen hat man festgestellt, dass die größte Vielfalt im Mikrobiom bei Grasfressern vorliegt, die geringste bei Fleischfressern.
Bei Kindern hat man im Vergleich zwischen Burkina Faso und Italien festgestellt, dass im ersten Fall die pflanzen- und ballaststoffreiche, relativ fleischarme Ernährung zu hoher Besiedlung mit Prevotella führte.
Diese Bakterien produzieren viele kurzkettige Fettsäuren (SCFS), die gut sind für die Ernährung der Darmschleimhäute. Ferner erniedrigen diese den pH -Wert im Darm (Ansäuerung), was wiederum einer Fehlbesiedlung vorbeugt.
Die Därme der italienischen Kinder, die sich mit der sogenannten "Western diet" ("westliche Ernährung" mit viel Fett und Zucker) ernährten, wiesen viele Firmicutes auf, die wenig SCFS produzieren. Außerdem waren vermehrt Enterobacteriaceae wie Klebsiellen nachweisbar, die krankmachendes Potenzial haben.
Insgesamt war die bakterielle Vielfalt in den italienischen Därmen vermindert, die Firmicutes-Bacteroidetes-Ratio, die mit "leaky gut" und Gewichtszunahme verbunden ist, war erhöht.
Bei einer Ernährungsumstellung lassen sich binnen 24 Stunden messbare Veränderungen im Mikrobiom nachweisen, nach 48 Stunden ist die Umstellung abgeschlossen.
Es ist faszinierend, wie rasch unser inneres Milieu sich auf wechselnde Umweltbedingungen einstellt.
Bei Zunahme der Fleischzufuhr geht die Produktion der SCFS kurzfristig runter.
Eine eiweißreiche Ernährung hat eher positive Wirkungen auf die Vielfalt des Mikrobioms.

Als nächster sprach Prof. Högenauer über Probiotika.
Sie verhindern die Ansiedlung schädlicher Bakterien, produzieren sogar Stoffe, die schlechte Bakterien abtöten, bilden SCFS für die Ernährung der Schleimhaut, bilden Muzin für die Schleimschicht, verringern die Durchlässigkeit der Schleimhaut und führen zu Immunmodulation mit verringerter Bildung des Entzündungsstoffes TNF alpha und Steigerung des Schutzstoffes Interleukin 10.
Probiotika lösen eine Veränderung des bestehenden Mikrobioms im Sinne eines Zündfunkens aus, ohne selbst im Sinne eines Masseneffektes beteiligt zu sein.
Bei Virusinfekten (Rotavirus) findet eine effektive Erregerreduktion statt.
Für die Zukunft werden Präparate mit breiterem Spektrum und dauerhafter Ansiedlung erhofft. Ferner Präparate, die das Milieu im Darm noch wirksamer verbessern.

Ein Höhepunkt des ersten Tages war der Vortrag von Prof. Wehkamp über Defensine (Abwehreiweisse).
Auffällig ist, dass Darmentzündungen trotz riesiger Bakterienmengen im Darm relativ selten vorkommen.
Bei Darmentzündungen sind Bakterien immer beteiligt. Allerdings sind darunter auch "normale" Bakterien, die die Entzündung verursachen.
Das bedeutet, dass im Normalfall die Bakterien von verschiedenen antimikrobiellen Peptiden (Eiweißstoffen) kontrolliert werden. Hierzu gehören die Defensine.
Defensine sind bei allen Lebewesen und sogar bei Pflanzen nachweisbar.
Sie sitzen auf allen Oberflächen, sind aber auch mobil im Körper unterwegs. Unter anderem bilden Defensine Netze, die ein Eindringen von Bakterien in den Körper verhindern. Defensine werden zum Beispiel von den sogenannten Paneth - Zellen im Darm gebildet.
Probiotika stimulieren die Bildung von Defensinen, unabhängig vom Bakterienstamm!
Verschiedene Mechanismen zerstören die Defensine:
ein besonders potenter "Killer" ist das Rauchen!
Wenn die sogenannte Döderleinflora in der Scheide der Frau durch Waschen zerstört wird, findet keine Defensinbildung mehr statt und es kommt zu Infektionen, z.B. durch Pilze.
Auch Detergenzien (Entschäumer) die mittlerweile in vielen Lebensmitteln zu finden sind, zerstören Defensine.
Bei Morbus Crohn liegt nach den aktuellen Erkenntnisse auch ein Defekt im Defensinsystem vor.
Vitamin D fördert offenbar die Defensinbildung.

Zum Abschluss sprach Prof. Franke über Probleme bei der Erfassung und Auswertung immer größer werdender Datenmangen (Big Data).
Diese Datenfluten entstehen zum Beispiel durch Analyse großer Mengen von Genomen und können enorme Mengen an potenziell nützlichen Informationen liefern.

Der 2. Tag begann mit einem interessanten Vortrag des Internisten Dr. Ehleiter aus Stuttgart. Er referierte über die Bedeutung der Behandlung mit Probiotika bei Krebspatienten.
Neben dem Nutzen von Polyphenolen (z. B. Curcumin) erwähnte er zur Entsäuerung Bikarbonatbäder und Gemüsesäfte (Rote Bete oder Sauerkraut).

Anschließend sprach Prof. Leblhuber über neurodegenerative Erkrankungen. Alzheimer und Parkinson gehen mit einer Entzündung des Nervensystems (Neuroinflammation) und einer Immunaktivierung einher.
Hierbei kommt es zu einem Verbrauch von L Tryptophan, das im Gehirn in den sogenannten Kynureninstoffwechselweg eingeschleust wird und zur Verstärkung der Entzündung führt.
Kynurenin schädigt außerdem die Darmschleimhautbarriere.
Die Gabe von L Tryptophan ist bei diesen Erkrankungen kontraproduktiv!
In diesem Fall sollte mit 5 HTP behandelt werden, das 1 Synthesestufe höher liegt und nicht entzündungsverstärkend wirkt.
Darm und Gehirn kommunizieren über das vegetative Nervensystem miteinander.
Es gibt einer neuen Studie zufolge Zusammenhänge zwischen der Produktion von Amyloid durch das Mikrobiom des Darms und der Schwere der Alzheimererkrankung (Amyloide sind Ablagerungen im Gehirn, die typisch für Alzheimer sind).
AlzheimerpatientInnen haben häufig eine erhöhtes Calprotectin im Stuhl, das eine (Mikro- ) Entzündung des Darms anzeigt.
Leblhuber präsentierte eine eigene Arbeit, nach der die geistige Leistungsfähigkeit mit der Höhe des Calprotectins sowie dem Grad der Entzündung des Nervensystems zusammenhängt.
Im Mikrobiom gibt es bei Alzheimer typische Veränderungen:
Fäkalibakterium prausnitzii (ein "guter" Keim) war bei 100 % der PatientInnen vermindert, Clostridien ("schlechte" Fäulnis-Bakterien) waren bei 49 % der
PatientInnen nachweisbar.
Probiotika verbessern die Stressresistenz an der Darmschleimhaut wie auch an der Hypothalamus-Hypophysen-Nebennierenachse (HPA - Achse), die für die Cortisolproduktion zuständig ist.
Inwieweit 5 HTP die Schleimhautbarriere verbessert, ist noch nicht belegt, kann aber vermutet werden.

Auf Nachfrage aus dem Auditorium wird die Zunahme der Polyneuropathie nach Untersuchungen von Leblhuber durch eine Zunahme von Durchblutungsstörungen der kleinen Gewebeäderchen (Mikroangiopathie) verursacht.

Der Neuropathologe Prof. Prinz referierte im Folgenden über die Bedeutung der Mikroglia.
Diese Hirnstrukturen tasten Nervenzellen ab und überprüfen den Zustand des Gehirns.
Sie sind "Gärtner und Ernährer des wachsenden Gehirns".
Bei Erwachsenen sind sie die "Müllmänner des Gehirns" und wichtig für die Regeneration.
Störungen der Mikroglia sind bei Angst und Depression vorhanden.
Im Tierversuch haben Mäuse mit bakterienfreiem Darm eine gestörte Struktur und veränderte Aktivität von Mikroglia.
Durch Antibiotikatherapie ist der gleiche Effekt zu erzeugen!
Kurzkettige Fettsäuren verbessern die Funktion von Mikroglia.
Die Darmbakterien sind für die Funktion der Mikroglia wichtig.
Hierbei ist eine Vielfalt von Stämmen günstig und eine kontinuierliche Einwirkung ist notwendig (Vorsicht bei Antibiotika).
Nach Antibiotikatherapie kann man mit Probiotikagabe die Mikrogliafunktion wiederherstellen.
Ungeklärt sei bisher die Frage, ob chronisch entzündliche Darmerkrankungen mit einem erhöhten Risiko für eine Degeneration des Nervensystems verbunden sind.

Frau Prof. Prüller-Strasser referierte über Leistungssteigerung im Profisport.
Bei intensivem Sport wird der Magen-Darm-Trakt schlechter durchblutet.
Probiotika führen beim Training zur Reduktion von Infekten und erhöhen den Gehalt des Abwehreiweisses IgA im Speichel.
Auch der Abbau von L Tryptophan wird verringert, was ebenfalls mit geringerer Infektanfälligkeit korreliert.
Bei Leistungssportlern ist eine Leistungssteigerung durch Probiotika nicht zu erreichen, bei kranken Menschen jedoch schon.

Prof. Müller-Lissner sprach über Obstipation (Stuhlverstopfung) als Erkrankung.
Ursachen sind die Transitstörung, die Entleerungsstörung und Mischformen.
Auch Beckenbodenstörungen, Störungen des Nervensystems (Parkinson!) müssen abgeklärt werden.
Verstopfung ist bei Parkinson ein frühes Symptom. Es tritt bis zu 10 Jahre vor Diagnose der Erkrankung auf.
Aus seiner Sicht ist eine ursächliche Therapie der Verstopfung erforderlich.

Prof. Frieling sprach über den Effekt des Mikrobioms auf die Obstipation.
Die Laktobazillen sind meist vermindert und Ballaststoffe haben einen begrenzten Effekt.
Probiotika verbessern Blähungen, beeinflussen allerdings die Transitzeit eher weniger.
Auf die Wirkung von Abführmitteln auf das Mikrobiom ging er nicht ein.
Weizenkleie fördert eventuell wegen der mechanisch abschilfernden Wirkung auf die Darmschleimhaut die Aufnahme von Schwermetallen aus der Nahrung.
Lösliche Ballaststoffe (Flohsamenschalen) haben diesen Effekt nicht.

Dr. Fegerl sprach anschließend über Erkenntnisse aus der Praxis bei Behandlung der Obstipation.
Er empfahl Schonung (leichte, gut verdauliche Kost, Vermeidung von Unverträglichkeiten), Säuberung (Stuhlabfuhr) und Schulung (Kautraining, Schulung der Wahrnehmung der Darmtätigkeit).
Wichtig sei auch Substitution (von Nährstoffen, Darmbakterien).
Regeneration brauche freie Energie.
Wenn alle verfügbare Energie vom Alltagsablauf verzehrt werde, sei eine zusätzliche Regeneration nicht möglich.
Er unterschied einen spastischen Verstopfungstyp von einem hypotonen (schlaffen) Typ.
Im ersten Fall sei Entkrampfung erforderlich, im 2. Fall Tonisierung (Bewegung, Kneippanwendungen).

Zusammenfassend bot die Tagung wieder einen interessanten Überblick über die Vielfältigkeit der Vorgänge, Störmöglichkeiten und Erkrankungen, die direkt oder indirekt mit unserem Darm und seinen Bewohnern verbunden sind.
Deshalb gilt:
Sorgen Sie gut für Ihren Darm!


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