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Aktuelles zur Mastzellaktivierungsstörung (MCAS)
Seit einer Veröffentlichung im Jahre 2014 von Molderings, Raithel
und Kollegen haben wir uns ernsthaft mit dem Thema der Mastzellaktivierungsstörung
beschäftigt.
Mittlerweile blicken wir auf etwa 6000 PatientInnen und Patienten
zurück, die wir zur Abklärung dieser Diagnose untersucht und
behandelt haben. Die Erkrankung weist individuell viele Facetten auf
und ist häufig mit anderen Störungen und Erkrankungen (sogenannten
Komorbiditäten) vergesellschaftet.
Entsprechend aufwändig und zeitintensiv ist eine ganzheitliche
Erfassung und Würdigung des einzelnen PatientInnenschicksals.
Dies wiederum ist die Voraussetzung für eine angemessene und die
Lebensqualität verbessernde Behandlung.
Mit den Methoden der 7-Minuten-Medizin (= durchschnittliche Dauer
eines Gesprächs in der Arztpraxis) ist der Umgang mit einer Erkrankung,
die schätzungsweise 20 % der Bevölkerung betrifft, nicht zu
bewältigen.
Im Folgenden fassen wir in knapper Form unseren aktuellen Kenntnisstand
zusammen. Ausführlichere Informationen erhalten Sie in schriftlicher
Form und in einem persönlichen Gespräch in unserer Praxis.
Ursachen und Entwicklung von MCAS
Mastzellen befinden sich im ganzen Körper und in allen Organen.
Mastzellen sind Teil des Entzündungs- und Abwehrsystems. Unserer
Meinung nach dienen sie dazu, eine übermäßige Belastung
des Organismus mit Umweltstoffen abzuwehren.
Probleme entstehen, wenn die Toleranz des Immunsystems gegenüber
Umweltstoffen verloren geht (durch Überschwemmung mit schädlichen
Stoffen, Schwächung des Immunsystems oder Fehlregulation).
Reagiert der Mensch nicht mit einer Reduktion der Belastungen, setzt
sich der Prozess immer intensiver fort.
Man muss nach der Forschung von Molderings und Koll. bei allen PatientInnen
von einer genetischen Vorbelastung ausgehen.
Diese kann schon kurz nach der Geburt zu Krankheitssymptomen wie Allergien,
Neurodermitis usw. führen.
Meist sind aber interne und externe Trigger entscheidend für
den Ausbruch relevanter Symptome und den weiteren Krankheitsverlauf:
- Infektionen (COVID 19, Borreliose), Traumata, Operationen, akute
und chronische Stressbelastung, chronische Entzündungen (Herde,
Autoimmunprozesse, Adipositas, entzündungsfördernde Ernährung),
Medikamente (Antibiotika!), Darmprobleme (Leaky Gut, Dysbiose, Darmentzündungen),
Schadstoffe (entzündungsfördernde Metalle), Alkohol, Tabakrauch
und vieles mehr.
Häufig liegt auch eine Aneinanderreihung von Belastungen vor,
die das Fass zum Überlaufen bringt.
Seltenere Ursachen wie Hypermobilitätssyndrome (z.B. Ehlers-Danlos-Syndrom)
können ebenfalls mitbeteiligt sein. In letzter Zeit ist ein chronischer,
Mastzell- assoziierter, entzündlicher Symptomkomplex, der durch
eine Reaktion auf Fremdmaterial in Form von Brustimplantaten induziert
wird (breast implant illness, BII) auffällig geworden.
Auch das seltene Post-orgasmic-illness Syndrome (schubartig
auftretende, systemische Entzündungssymptome nach dem Orgasmus)
ist offenbar eine Mastzell-bedingte Störung.
Symptome und klinisches Bild
Mastzellen produzieren über 1000 bioaktive Stoffe (Hormone, Zytokine,
Gerinnungsfaktoren, Wachstumsfaktoren, Mediatoren usw.).
Der bekannteste ist das Histamin.
Die Hauptsymptome von MCAS sind Schmerz und Entzündung.
Darüber hinaus können in einer kaum überschaubaren Vielfalt
Krankheitserscheinungen an allen Organsystemen des Menschen auftreten.
Somit handelt es sich bei der MCAS um eine sogenannte Multisystemerkrankung.
Der Zusammenhang des gesamten Leidensniveaus oder einzelner Symptome
der PatientInnen klärt sich häufig erst mit dem Ansprechen
auf eine gezielte Therapie.
Für eine Gesamtübersicht der Symptomatik empfehlen wir einen
Besuch der Seite www.histaminintoleranz.ch.
Charakteristisch ist das Auftreten der Symptome in Form von Attacken
oder Schüben, die wiederum häufig durch endogene oder exogene
Trigger ausgelöst werden.
Sind die Mastzellen erstmal längerdauernd aktiviert und setzen
Mediatoren in unkontrollierter Menge frei, besteht die Gefahr der weiteren
Verschlimmerung oder Ausbreitung, weil auch andere Mastzellgebiete zunehmend
rekrutiert werden können.
Diagnostik
Wichtigstes Diagnostiktool ist die Erarbeitung der Krankheitsgeschichte
einschließlich Familienanamnese und Erfassung der aktuellen und
früheren Symptome. Ein von der Arbeitsgruppe um Molderings erstellter
Fragebogen ist hier nach wie vor äußerst hilfreich.
Labor
Die im Zusammenhang mit Mastzellaktivierung relevanten Laborwerte sollten
zumindest einmalig möglichst komplett bestimmt werden: Histamin
im Blut und Stuhl, Leukotriene im Urin, Tryptase (als Marker der Mastzellmasse),
ECP, Chromogranin A. Diese Werte sind jedoch nicht bei allen PatientInnen
dauerhaft erhöht. Zum Zeitpunkt der Entnahme negative Befunde schließen
eine MCAS keineswegs aus. Eventuell ist im Einzelfall eine Kontrolle
im Krankheitsschub sinnvoll. Keinesfalls sollte die Entscheidung für
eine Therapie nur aufgrund der Laborergebnisse getroffen werden.
Ergänzend sind sinnvoll: Eosinophile im Blutbild, IgE. Die mit
dem MCAS eventuell assoziierte Salicylatintoleranz kann über einen
Basophilen-Degranulationstest (BDT) auf ASS verifiziert werden.
Endoskopie
Wenn aus anderen Gründen sowieso eine Magen- und Darmspiegelung
durchgeführt wird, sollten bei Verdacht auf MCAS unbedingt Gewebsproben
entnommen werden, die auf Mastzellansammlung und atypische Mastzellen
untersucht werden sollten. Leider wird dieser Auftrag bisher von vielen
GastroenterologInnen nur widerwillig akzeptiert oder komplett ignoriert.
Die Durchführung einer Endoskopie rein zur Diagnostik der MCAS
ist unseres Erachtens nicht notwendig.
Zur ganzheitlichen Erfassung und Therapie sind weitere Untersuchungen
sinnvoll und notwendig. Hierüber informieren wir Sie gerne im persönlichen
Gespräch nach Erhebung Ihrer Vorgeschichte und Einsichtnahme in
die bisher erfolgte Diagnostik.
Therapie
Gemieden werden sollen alle individuellen, Histamin freisetzenden oder
erhöhenden Faktoren (Trigger):
Allergene, Stress, Hitze, Schadstoffe, Alkohol, Zigaretten, ungeeignete
Medikamente, histaminreiche Nahrungsmittel, usw.
Die Histaminfreisetzung bzw. Wirkung im Gewebe soll möglichst effektiv
gebremst oder gestoppt werden, um zunächst ein Ansprechen der Therapie
über eine Verbesserung der Symptome beurteilen zu können.
Dies ist auch ein weiteres Kriterium für die Sicherung der Diagnose.
Langfristig soll eine weitere Ausbreitung der Symptomatik verhindert
werden und das Mastzellsystem zur Ruhe kommen.
Hierfür stehen Mastzellstabilisatoren zur Verfügung
(Cromoglicin, Ketotifen), Antihistaminika vom Typ H1 und H2,
der Leukotrienantagonist Montelukast und Immuntherapeutika
wie Omalizumab.
Verträglichkeit und Wirkung müssen individuell ausgetestet
werden.
Auch pharmazeutische Zusatzstoffe können Unverträglichkeiten
auslösen.
Für eine Reihe von Substanzen stehen Reinstoffrezepturen zur Verfügung.
Pflanzenstoffe wie Quercetin, Luteolin, Fisetin, Curcumin haben
antihistaminerge und mastzellstabilisierende Effekte und können
ebenfalls eingesetzt werden.
Für die Förderung des Histaminabbaus ist Vitamin C
(Ascorbinsäure) in retardierter Form sinnvoll. Bei oraler Zufuhr
muss man bedenken, dass ein überaktives Immunzellsystem, welches
ja gerade in den Schleimhäuten lokalisiert ist, bei allen Fremdstoffen
Abwehrreaktionen auslösen kann.
Auch werden säurehaltige Lebensmittel oder Medikamente eventuell
schlecht vertragen.
Unter Umgehung der oralen Zufuhr hat sich die Verabreichung von Vitamin
C in höherer Dosis als Infusion sehr gut bewährt, um die
Histaminbelastung und Entzündungserscheinungen bei Schüben
zu reduzieren.
Immunstimulierende Maßnahmen und alkoholhaltige Medikamente (auch
Homöopathika) sollten gemieden werden.
Eine Selbstheilung findet üblicherweise nicht statt!
Von zentraler Bedeutung ist, ExpertIn in eigener Sache zu werden, das
heißt herauszufinden, was guttut und was nicht.
Ein Symptomtagebuch ist hier eine gute Hilfe.
Es klingt banal, aber jede Wirkstofftherapie kann die Überaktivität
der Mastzellen nur beruhigen und dämpfen. Wenn jedoch immer wieder
Störfaktoren Schübe verursachen, ist nicht mit einer langfristigen
Besserung zu rechnen.
Zusammenfassend können wir die Diagnose einer MCAS durch
3 Elemente eingrenzen:
- Erfassung der Symptome
- Labordiagnostik
- Symptomverbesserung durch Therapie
Nach unserer Erfahrung kann bei den meisten Betroffenen eine Symptomlinderung
und Verbesserung der Lebensqualität erreicht werden.
Auch eine Freiheit von Krankheitserscheinungen ist möglich.
Die Therapie muss in jedem Fall längerfristig durchgeführt
werden, unter Umständen lebenslänglich.
Welche Prädiktoren im Einzelfall den weiteren Verlauf und das Therapieergebnis
bestimmen, können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht genau definieren.
Fußnote: Die systemische Mastozytose, die mit ähnlichen
Symptomen und zusätzlicher Infiltration des Knochenmarks einhergeht, betrifft
1 von 360 000 Deutschen, die Mastzellleukämie als bösartige Bluterkrankung
1 von 1,5 Millionen.
Beides sind somit sehr seltene Erkrankungen.
Eine Knochenmarksbiopsie ist nach unserer Ansicht nur bei Verdacht
des Vorliegens dieser beiden Erkrankungen erforderlich.
Administrative Aspekte
Da es für die Diagnose MCAS noch keine Krankheitscodierung nach
ICD 10 gibt, müssen alle vorliegenden, mit MCAS assoziierten Erkrankungen
(z.B. Asthma, Allergie, Reizdarm, Gastroduodenitis, Urtikaria usw. usf.)
codiert werden, um die Verordnung von Medikamenten und Therapien den
Kostenträgern gegenüber abzusichern.
Die Einschränkung von Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit
gegenüber Sozialversicherungsträgern nachzuweisen oder einen
angemessenen Grad der Behinderung zu erreichen, ist für die Betroffenen mit großen
Hürden verbunden.
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